In Führerscheinsachen geht es regelmäßig um die Frage, ob Ihre Fahreignung gegeben ist.

Auch wenn der Begriff „Führerscheinentzug“ falsch bzw. ungenau ist, beschreibt er doch die Folgen, die bei Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr in Betracht kommen. Es muss streng zwischen der Fahrerlaubnis und dem Führerschein unterschieden werden. Während Ihnen die Fahrerlaubnis grundsätzlich ermöglicht, Kraftfahrzeuge zu führen, weist der Führerschein diese Erlaubnis lediglich aus.

Daher wird auch in dem „Entzug der Fahrerlaubnis“ und einem „Fahrverbot“ unterschieden. Während Sie bei einem Fahrverbot die grundsätzliche Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen erhalten bleibt und Sie nur für die Dauer des Verbotes keine Kraftfahrzeuge führen dürfen, verlieren Sie bei dem Entzug der Fahrerlaubnis eben die Erlaubnis (überhaupt) Kraftfahrzeuge zu führen.

Der Entzug der Fahrerlaubnis oder Fahrverbote kommen immer in Betracht, wenn Sie ungeeignet sind zum Führen von Kraftfahrzeugen.

Nach dem Gesetz hat zunächst jeder Verkehrsteilnehmer selbst stets zu überprüfen, ob er körperlich und geistig in der Lage ist, ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr sicher zu führen. Erst, wenn die Führerscheinbehörde Tatsachen erfährt, die es möglich erscheinen lassen, dass Ihre Fahreignung nicht gegeben ist, kann sie Maßnahmen einleiten, Ihre Fahreignung zu überprüfen. Hierbei wird es sich regelmäßig um fachärztliche Gutachten handeln, die von Verkehrsmedizinern erstellt und der Führerscheinbehörde vorgelegt werden müssen.

Weil die Materie im Führerscheinrecht komplex und weit verzweigt ist, arbeiten wir in solchen Angelegenheiten eng mit anderen Sachverständigen zusammen, die Ihnen z.B. im Falle einer abzulegenden MPU beratend zur Seite stehen.

Grundsätzlich haben Sie hierbei der Behörde nachzuweisen, dass Sie geeignet sind zum Führen von Kraftfahrzeugen, wenn Tatsachen vorliegen, die Ihre Fahreignung in Frage stellen. Welche Tatsachen das sind, ergibt sich häufig aus den Anlagen zur Fahrerlaubnisverordnung (FeV).

Aus Anlage 4 zur FeV ergeben sich Erkrankungen, die die Fahreignung einschränken oder sogar ausschließen. In den Punkten 8 und 9 werden Alkohol- und Drogennachweise behandelt.

Die Fahrerlaubnis wird Ihnen aber nicht erst dann entzogen, wenn sicher feststeht, dass Sie Alkohol oder Drogen konsumiert haben, sondern bereits dann, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass Sie zwar nur gelegentlich Cannabis konsumieren, aber nicht hinreichend zwischen Konsum und der Teilnahme am Straßenverkehr differenzieren.

Aber auch sonstige körperliche Gebrechen können die Annahme rechtfertigen, dass Sie zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet sind.

Regelmäßig wird die Führerscheinbehörde Sie auffordern, ein Gutachten zu Ihrem Gesund-heitszustand beizubringen. Reichen Sie ein solches Gutachten nicht fristgereicht ein, oder fällt es negativ aus, wird Ihnen die Behörde die Fahrerlaubnis entziehen. Daher sollten Sie sich frühzeitig mit einem im Führerscheinrecht tätigen Spezialanwalt in Verbindung setzen, um die Möglichkeiten und Risiken einer Verteidigung gegen die Behörde auszuloten.

Wir raten dringend davon ab, es bei der Auseinandersetzung mit der Behörde auf eigene Faust zu versuchen. Hierbei sind die hoffnungslos unterlegen, weil Ihnen in der Regel die hierbei geltenden Normen nicht bekannt sind.

Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, dass Nullachtfünfzehn-Aussagen und Verteidigungen in solchen Angelegenheiten mit Sicherheit zu einem Entzug der Fahrerlaubnis führen werden. Lassen Sie es nicht darauf ankommen und suchen Sie rechtzeitig einen Spezialisten auf.

Wenn Ihnen durch das Gericht nach dem Entzug der Fahrerlaubnis eine Sperrzeit auferlegt wurde bedeutet das, dass Ihnen die Verkehrsbehörde vor Ablauf der Sperrzeit keine neue Fahrerlaubnis ausstellen darf.

Hier setzen wir in Zusammenarbeit mit externen Experten an, um das Gericht ggf. davon zu überzeugen, die Sperrzeit bei Ihnen deutlich zu verkürzen. Dazu sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, die wir Ihnen in Zusammenarbeit mit unseren externen Experten gerne erläutern.

Wir sind Ihnen auch gerne bei der Verkürzung oder Vermeidung eines Fahrverbotes behilflich.